Selbstbestimmte Geburt

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Freies Land- selbst bestimmte Geburt? Denkste!
Leider werden freiberufliche Hebammen immer mehr durch die hohen Gebühren der Haftpflichtversicherungen zum Aufgeben gezwungen. Nun stellen auch die letzten Versicherungen ihre Leistungen ein. Soll das denn nun wirklich das Aus sein für alle frei beruflichen Hebammen in Deutschland?
http://www.hebammenverband.de/aktuell/nachricht-detail/datum/2014/02/13/artikel/versicherungsmarkt-fuer-hebammen-bricht-zusammen/
Ich selbst habe zwei Kinder bekommen. Während beider Schwangerschaften wurde ich von einer Hebamme betreut, die immer für mich, meine Fragen und Sorgen da war und zu der ich bis heute freundschaftlich in Kontakt bin.
Die Geburt der Zwergin begann sehr entspannt zu Hause, wurde aber bald ins Krankenhaus verlegt. Dort hat man sich gut um mich gekümmert, und, da ich ja eine selbst bestimmte Geburt wollte, soweit es möglich war, mich allein machen lassen. Trotz allem, es war ein ständiges hin und her, der Arzt kam und ging, die zuständige Hebamme hatte eine weitere Geburt, zu der sie immer wieder ging, ich hörte im Nebenraum eine andere Frau unter Wehen schreien…
Der Zwerg machte sich nachts auf den Weg, und ich konnte das ganze entspannt angehen, da ich ja nicht vor hatte, das Haus zu verlassen:-) Morgens riefen wir meine Hebamme an, die kurz darauf kam. Sie lies mich weitgehend alleine machen und unterstützte immer dann, wenn ich Hilfe brauchte…. verbal, mit Rücken massieren, als Stütze während einer Wehe…
Als der Zwerg kam, wickelten wir uns da wo wir waren in eine Decke ein und kuschelten erst mal ausgiebig. Der Zwergenpapa holte Erdbeerkuchen und dann haben wir alle zusammen erst mal gefrühstückt.
Ich habe also beides erlebt, eine Geburt im Krankenhaus und eine zu Hause. Ich bin dem Notarzt und dem Personal im Krankenhaus sehr dankbar, denn ohne sie wäre die Zwergin und vermutlich auch ich nicht mehr hier. Aber ich habe auch eine Geburt ohne Komplikationen hinter mir, und ich bin sehr froh, diese Möglichkeit gehabt zu haben. Eine Geburt in meinem Rhythmus, selbst bestimmt und im mir absolut vertrauten Umfeld, mit der Hebamme, die mich gut kennt und der ich voll und ganz vertraue, ohne Schichtwechsel, ist eindeutig die schönste Erfahrung, die ich in meinem Leben machen durfte.
Es ist gut, dass Mütter die Möglichkeit von ärztlicher Rundumversorgung haben, aber genauso sollten alle werdenden Mütter die Möglichkeit haben, ihr Kind außerhalb des Krankenhauses zu bekommen. Ich möchte niemanden von einer Hausgeburt überzeugen, aber ich denke, jeder sollte sich frei entscheiden dürfen, wo und wie erst sein Kind zur Welt bringen möchte.
Und nur am Rande: rein rechtlich darf ein Arzt keine Geburt ohne Hebamme durchführen, hingegen eine Hebamme dies ohne Arzt sehr wohl darf!
Ärztliche Kontrolle ist gut, Risikoschwangerschaften gehören unter ärztliche Obhut, klar, aber Schwangerschaft und Geburt sind keine Krankheit, und gesunden Müttern mit komplikationslosen Schwangerschaften kann man durchaus zugestehen, selbst darüber zu entscheiden, wie sie ihr Kind bekommen wollen!
Hier der Link für die aktuelle Petition.
http://www.change.org/de/Petitionen/die-ersten-100-tage-amtszeit-nutzen-lieber-herr-gr%C3%B6he-groehe-wir-fordern-sie-auf-einen-konkreten-hebammenrettungsplan-zu-erarbeiten?recruiter=79841304&utm_campaign=

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