Plastikfrei?

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Im Rahmen meines plastikfreien Juli Projektes fällt mir wieder besonders auf, wie sehr unsere Gesellschaft von Wegwerfprodukten geprägt ist.
Gerade jetzt, wo ich versuche, Plastik komplett zu vermeiden, wird immer wieder präsent, wie leicht wir uns manchmal damit tun, Plastik-Wegwerfartikel einfach durch Öko-Wegwerfartikel zu ersetzen!
Häufig heißt es, das ist ja Bio- Plastik, Verpackungschips sind aus Maisstärke und das Picknickgeschirr aus Bambus- natürlich kompostierbar.
In Supermärkten, die Papiertüten anbieten, ähnliches- wir nehmen dankbar die Papiertüte, um sie zu Hause in der Tonne zu entsorgen.
Alle diese Alternativen zu Plastik bestehen aus wertvollen Ressourcen, verbrauchen Energie bei der Herstellung und dem Transport und müssen anschließend meist irgendwie entsorgt werden, denn die wenigsten Dinge landen wirklich auf dem Kompost im Garten.
Nachdem ich schon lange beim Bäcker darum kämpfe, mein halbes Brot nicht mit einer Plastikfolie abgedichtet eingepackt zu bekommen, fiel mir nun auch auf, wie sinnlos auch die übrige Verpackung ist… in ein dünnes Papier ein gewickelt kommt das Ganze dann in eine größere Papiertüte.
Ein sehr interessanter Artikel zu dieser Thematik findet sich hier; http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/nachrichten/einkaufstueten-die-plastiktuete-ist-besser-als-ihr-ruf-12870192.html
Es ist ganz einfach so, dass auch eine Papier- oder Stofftasche alles andere als umweltfreundlich ist, wird sie nur einmal benutzt und dann weggeworfen oder verschwindet irgendwo im Schrank.
Und so habe ich in meinem Plastikfreien Monat entschieden, dass mir ab sofort keine Papiertüten oder andere unnötige Verpackungen mehr in meine Tragetasche kommen! Das Brot muss ja nur nach Hause transportiert werden, meistens ist es also keine halbe Stunde in der Tüte, bevor ich es dann in meinen Brotkorb packe. Die Verkäuferin in der Bäckerei stutzt zwar noch, aber ich denke, sie wird sich bald daran gewöhnt haben, mir meinen Einkauf einfach über die Theke in einen frisch gewaschenen Bauwollbeutel zu legen.
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  1. Das ist eine prima Idee! Wobei die Verkäuferinnen meiner Bäckerei des Vertrauens schon immer die Augen verdrehen, wenn ich darauf bestehe das Brot nicht in einer Plastiktüte haben zu wollen. Wenn ich dann noch mit einer Baumwolltragetasche komme, werde ich wahrscheinlich gar nicht bedient 😉 Aber sei es drum! Wenn das nur genügend andere Menschen machen, wird es bald zur Normalität werden.
    Herzliche Grüße
    Leni

    • Das kenn ich:-) Aber ich gebe dir vollkommen recht, je mehr das machen, umso weniger muss die Verkäuferin die Augen verdrehen. Ich war auf jeden Fall sehr stolz auf mich, als der Herr hinter mir. Dann sagte, sie. Solle ihm seine Breze auch einfach in die Hand geben, erst isst sie ja sowoieso gleich. Und vielleicht schaffen wir es ja, hin und wieder jemanden zum Umdenken zu bewegen! Bei meinem Metzger wird neuerdings gefragt (nicht nur ich) ob zwischen den Wurstscheiben Plastik gewünscht wird… und da bin ich auch über ein Jahr lang jedes mal schief angeschaut worden, da die Wurst ja sonst so fürchterlich zusammen klebt…
      Weiter so, dann werden wir vielleicht immer mehr:-)
      Viele Grüße

  2. Hallo Frau Zwerg!

    Danke für den schönen Beitrag, Du sprichst mir ja so aus der Seele! Wenn ich etwas für die Umwelt tun will, dann geht es nicht darum bei Verpackungsmaterial das Plastik durch Papier oder andere Materialien zu ersetzten sondern möglichst GAR KEIN Verpackungsmaterial zu benötigen.

    Das ist mit ein Antrieb vieles selber zu machen, aber auch Alternativen zu nutzen – wie z.B. die Baumwolltaschen – um Einkäufe nach Hause zu tragen.

    Ich weiß jetzt nicht, wie Du Dein Brot aufbewahrst, manche Menschen bewahren das Brot sowieso in Leinenbeuteln auf, da kann man auch gleich mit dem Brotsack einkaufen. Ich verwende auch die Baumwolltragetaschen um meine verpackungsfreien Einkäufe vom Markt nach Hause zu tragen.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria, ich bewahre das. Brot in einem Emaille-Brotkasten auf ( https://gruenezwerge.wordpress.com/2014/05/16/kucheneindrucke/ ) . Aber da muss sie auch aus dem Beutel raus, also bleibt es nur zum Transport in der Tüte… gut dass mir das jetzt auffällt wenn ich versuche, meine Plastikleichen loszuwerden 🙂 Aber immerhin… wenn ich hier so bei euch allen lese, dann ist dieses Projekt ja genial, um uns allen ein paar Bretter vom Kopf zu nehmen… und die einzelnen Bäume im Wald zu entdecken…:-) Viele Grüße und weiterhin viel Spaß am plastikfreien Juli

      • Hallo Frau Zwerg!

        Du beschreibst genau das, war mir an dem Projekt wichtig ist. Plastikleichen entdecken, Bretter vom Kopf nehmen und mal die einzelnen Bäume im Wald anzusehen.

        Danke für Dein tolles Kommentar!

        lg
        Maria

  3. Hallo, ich musste gerade ein bisschen schmunzeln. Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf. Da ist es ganz normal, dass man die Tasche bzw. den Korb gleich über die Theke gibt und es da reingetan wird. Es ist sogar eher die Ausnahme, dass jemand die Brötchen in einer Papiertüte möchte. Auch ist es da noch möglich mit einer ganz normalen Box zum Metzger zu gehen und die Wurst oder Fleisch direkt zu bekommen.

    • Hallo, ich freue mich für dich, dass das in deinem Dorf noch funktioniert! Leider gehört dein. Dorf da wohl zu ganz wenigen Ausnahmen! Die Regel ist, dass es schier unmöglich ist, Fleisch in seine Schale und Brot ohne Tüte zu bekommen. Selbst in den umliegenden kleinen Dörfern und dem Minidorf aus dem ich komme, ist das heute normal.
      Viele Grüße und weiterhin gutes Verpackungsfreies Einkaufen!

      • Ja, es ist tatsächlich fast unmöglich, sein Fleisch o.ä. in seine eigene Schale eingepackt bekommen. Ist es aber nicht sogar so, dass es verboten ist, d.h. dass die Verkäuferinnen nichts hinter der Theke in „auswärtige“ Behälter packen dürfen…? Bin nicht sicher, glaube aber dies einmal gehört zu haben…
        Die Diskussion kam schon mal vor Jahren auf, als T..p.. vorschlug, die Behälter mit zum Metzger usw. zu nehmen, oder diese Eierbehälter anbot – die Idee war, sich Wurst, Käse und Eier direkt einpacken zu lassen bzw. diese mit zum einkaufen zu nehmen. Darf man Eier im Supermarkt in eigene Eierkartons packen? Hat das schon mal jemand probiert ?
        Liebe Grüße, Birthe

      • Soweit ich weiß, darf nichts nicht keimfreies hinter. Die Theke… vor der Theke dürften sie. Also so wie in der Bäckerei, sie reichen. Mir das Brot über und ich packe es ein. Mit Fleisch und Wurst schon schwieriger- ich kaufe nur noch beim Hofladen um die Ecke, aber selbst da muss ich jedes mal diskutieren- und ganz ohne Verpackung bekomme ich es bisher. Leider nicht!

    • Eigene Eierkartons… gute Idee, gute Frage! Ich bekomme meine Eier mit der Biokiste, und da gebe ich die Schachtel immer wieder mit ob sie dann allerdings im Müll landet habe ich noch nie nachgefragt… werde ich gleich mal ändern!

  4. Ich komm auch immer mehr auf zero waste. Wie du sagst: Es geht ja nicht um das Plastik schlechthin, sondern um möglichst umweltschonende Wege. Und da ist gar kein Müll einfach viel besser, als alles andere.
    Ich staune immer, dass das Thema in der deutschen Bloggerwelt noch nicht so recht angekommen ist. Vielleicht liegt es auch einfach an den fehlenden Bulk-Läden? Ich find’s jedenfalls super spannend, ein bissl was zum Thema bei dir lesen zu können.
    LG Zora

    • Hallo Zora, ich versuche es immer wieder, aber manchmal steh ich leider ziemlich auf dem Schlauch… wie eben bei den Papiertüten..:-)
      Gut dass wir uns immer wieder gegenseitig motivieren und auf neue Ideen bringen!
      Ich finde es auch sehr schade, dass zero waste hier noch kaum im Gespräch ist, vieles hängt ja absolut mit plastikfrei zusammen! Ich hoffe auch immer noch auf einen plastikfreien Supermarkt hier in meiner Nähe!
      Viele Grüße und auf einen neuen plastik- und müllfreien Tag

    • Das passt zwar nur am Rande zum Thema, aber mir ist aufgefallen, dass z.B. in den USA es sogar in normalen Supermärkten entsprechende Abteilungen gibt, wo man sich verschiedene trockene Ware direkt abfüllen kann. Das ist hier leider (noch) undenkbar…

      • Kann man sich die Ware wirklich selbst in eigene, mitgebrachte Behälter füllen? Das wäre natürlich toll, aber wie wird dann an der Kasse gewogen (Tara)? Oder liegen dort Plastiktüten – wie hier beim Obst, Kirschen usw… ?

      • So sicher bin ich mir momentan nicht mehr; aber ich meine, man könnte sich auch eigene Behälter auffüllen. In den USA gibt es allerdings auch eine andere Mentalität hinsichtlich Freundlichkeit, „Service“ usw. so dass man dort wahrscheinlich selbst wenn es unüblich ist eher Erfolg hat, als z.B. in Deutschland (wo es oft nach dem Prinzip „friss oder stirb“ läuft).

      • Ja, sehr schade… was ist da schon dabei? Ich habe. Es in Skandinavien sehr genossen, Gummibärchen und Knabberzeug abzufüllen..es standen Papiertüten zur Verfügung, und ich habe es direkt in meine Gemüsebeutel gefüllt… hat einmal einen Kassierer in Staunen. Versetzt, der hat es gleich den anderen gezeigt, alle übrigen. Male war es nicht mal der Rede wert…

  5. Pingback: plastic free july – Zwischenbericht #2 | widerstandistzweckmaessig

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