Kleine Wehwehchen

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Nachdem die Sommerpause nun doch dank Schuljahresanfangsstress und Krankheit etwas länger ausfiel, melde ich mich nun aber endlich zurück. Gar nicht so einfach, den Einstieg nach so langer Zeit wieder zu finden…

Eine Vorlage bot mir gestern allerdings die Arzthelferin, die mir einen Zugang in meine Armvene legte. Nachdem ich das Ding in meinem Arm etwas skeptisch betrachtete, versuchte sie mich mit den Worten zu beruhigen: „Keine Sorge, alles ist super, das ist nur Plastik, das da drin steckt…“

Schön! Machte es auch nicht besser! Dafür begann ich mich aber umzusehen und die Massen an Plastik um mich herum zu betrachten! Spätestens wenn medizinische Hilfe notwendig ist, scheint man dem Plastik einfach nicht mehr ausweichen zu können!

Das Plastikkonstrukt durfte nach einer knappen Stunde wieder aus meinen Venen, allerdings wird die Stelle darum herum, auf der das durchsichtige Plastikpflaster klebte, das die Nadel festhielt, noch einige Tage mit einer juckenden und roten Stelle deutlich zu sehen sein. Denn ich reagiere tatsächlich reativ schnell auf Klebstoff und/ oder Material herkömmlicher Pflaster.

Auch der Müll, der bei jedem Pflaster entsteht, ist beachtlich. Meist sind sie einzeln in eine Plastikfolie eingepackt, um sauber und steril zu bleiben. Auf den Klebeflächen kleben Schutzflügel, die ebenfalls oft aus Plastik oder beschichtetem Material bestehen, und das Pflaster selbst ist meist aus Plastik, oft, zur besseren Wundheilung, mit einer Aluauflage im Inneren versehen.

Zu Hause, bei kleinen und schnell heilenden Wehwehchen haben wir aus diesem Grund kaum Pflaster. Auf Stellen, die mit Salbe oder Creme behandelt werden, machen sich die Zwerge gerne einen „Salbenverband“, kleine Baumwolltüchlein, die schnell ausgekocht werden können, und wie ein Verband um die entsprehende Stelle gwickelt und festgeknotet werden. Auch rauhe Haut oder Rötungen behandeln die Zwerge gerne mit ihren heißgeliebten Tüchern.

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Wenn dann aber wirklich mal ein Pflaster gebraucht wird, habe ich eine Marke gefunden, die die Pflaster aus Baumwolle herstellt. Und weil so ein Pflaster ja oft mehr die Psyche streichelt als die Verletzung heilt, ist es besonders schön, dass es tatsächlich auch welche mit Kindermotiv gibt! Müll entsteht hier zwar trotzdem, aber mit der Wunde kommt kein Plastik in Berührung, und sogar den Kleber vertrage ich sehr gut.

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Dass es sich lohnt, auch bei kleinen Wehwehchen genau aufzupassen, hat sich auch wieder beim Routine- Kinderarztbesuch gezeigt. Da der Zwerg immer wieder Probleme mit den Bronchien hat, inhalieren wir, sobald er Anzeichen einer Erkältung zeigt. Dazu bekomme ich vom Arzt regelmäßig Salzlösung verschrieben. Die gibt es in verschiedenen Größen in der Glasflasche, mit Gummipfropfdeckel und einer Spritze, um die Lösung herauszubekommen, ohne den Inhalt zu verschmutzen.

Oder, wenns schnell gehen muss und ich nicht genau aufpasse, wie diesmal passiert, gibts die leider in vielen kleinen Plastikfläschchen, jede Dosis einzeln verpackt. Zwar muss ich die nicht gebrauchte Flüssigkeit so nach durchgestandener Krankheit nicht wegwerfen, da der Rest ja auch weiterhin steril verpackt ist, allerdings ist der Müll der dabei entsteht, wirklich enorm bei mindestens 3x täglich inhalieren, ganz zu schweigen von diversen Weichmachern, die mit Sicherheit im Plastik stecken…

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Im Notfall gibts leider keine Alternative, aber im Alltag lohnt es sich also wie immer, sich auf die Suche zu machen und die Augen offen zu halten.

Und weil es ja auch im September wieder unsere grüne Blogparade gibt, hüpfe ich hiermit also schnell zu Maria:

https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2015/09/10/einab-einfach-nachhaltig-besser-leben-6/

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  1. Was sein muss, muss sein ;-). Manchmal geht es nicht ohne Plastik, gerade im medizinischen Bereich ist das auffallend viel – jedes kleine Teilchen einzeln steril verpackt. Interessant, dass es sogar Bio-Baumwoll-Pflaster gibt – wusste gar nicht, dass es so etwas gibt, muss mal Ausschau danach halten.
    Ansonsten bleibt nur eins: möglichst nicht krank werden ;-). Herzliche Grüße und gute Besserung, Birthe

    • Vielen Dank! Momentan komme ich eider tatsächlich nicht um das Plastik beim Arzt herum… wird hoffentlich schnell wieder anders 🙂
      Die Pflaster habe ich bei memo entdeckt, allerdings gibts sie auch im Bio- Supermarkt, wie ich die Tage festgestellt habe!

      Viele Grüße

  2. Hallo Zwergemama!

    Das ist mir auch vor einiger Zeit aufgefallen, dass im medizinischen Bereich ganz unglaublich viel Plastikmüll anfällt.

    Fast alle Tabletten sind in Plastik verpackt, wenn man da was verordnet bekommt, gibt es gar keine Alternativen.

    lg
    Maria

  3. Ich finde es sehr gut, dass im medizinischen Bereich auf Einwegplastik gesetzt wird. So muss ich mir keine Sorgen machen, ob die Glasspritze, mit der vorher ein anderer Patient behandelt wurde, auch richtig sterilisiert wurde. Früher hat man sich in Krankenhäusern nämlich auch gerne mal Hepatitis eingefangen!
    Tabletten können je nach Beschaffenheit zwar auch im Glas verkauft werden, aber manche vertragen die eintretende Feuchtigkeit nicht oder reiben sich ab. Die zum Abriebverlust eingesetzten Hilfsstoffe der Industrie sind manchmal nicht so verträglich.

    Übrigens: Wenn du weißt, dass du auf Pflasterklebstoff allergisch reagierst, warum sagst du dem Arzt nichts? Wenn man im ansprechbaren Zustand ist, kann man sich äußern und bekommt dann ein Sensitivpflaster.

    • Naja, deswegen schrieb ich ja, man kommt kaum drum herum! Allerdings habe ich in den letzten Wochen einige Ärztezimmer von innen gesehen, und es gibt durchaus riesige Unterschiede, was das Plastikaufkommen und die Müllproduktion angeht. Und steril und hygienisch war jedes einzelne dieser Zimmer!
      Und nein, nicht immer bekommt man ein Sensitivpflaster. Im Normalfall nehme ich gar kein Pflaster, da des meist reicht, den Tupfer etwas lämger darauf zu drücken- in diesem Fall musste der Zugang festgeklebt werden, und es gab einfach nur das Plastikklebeband! Da aber auch klar war, dass es nur eine Stunde drauf bleibt, verschmerzbar.

  4. Pingback: {EiNaB} im Herbst: Reparieren und Wastecooking | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

  5. ich hab sogar schon isotonische kochsalzlösung zum inhalieren selber hergestellt: 9g kochsalz (ohne jod!) in einem liter abgekochten wassers auflösen, am besten in einer flasche mit tropfverschluss aufbewahren. koplett plastikfrei!
    zum inhalieren (und auch zb nasenspülen) ist das allemal steril genug – nur darf frau das keinem arzt erzählen 😉

    danke für den tip mit den baumwollpflastern!

      • natürlich muss frau da schon verantwortungsvoll steril arbeiten, sprich alles gerät schön auskochen und keine keime von aussen in die fertige flasche geraten lasen (deswegen der tropverschluß). es sollen ja keine keime in die lunge geraten, das wär nicht gut. aber wirklich schwierig ist das nicht.

        (die handelsübliche nacl-flasche mit dem dicken gummistopfen, die auf deinem bild zu sehen ist, lässt sich super wiederverwenden!)

  6. Schönen Blog hast du 🙂
    Muss aber auch sagen, dass Jahrhunderte lang einfach hießes Wasser mit Meersalz gemischt und nach Verfügbarkeit etwas Kamille oder Salbei zugegeben wurde und das dann mit dem Kopf über der Schüssel und Handtuch drüber inhaliert wurde. Plastikfrei – und steril muss da auch nix sein, wenn das Wasser gut gekocht und frisch zubereitet wurde, reicht das an Sauberkeit 😉
    Es ist ja auch nix teures, also muss du auch nix aufheben.
    Gute Besserung, schöne Weihnachten und weiter so

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