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Abschied

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Vor ein paar Wochen ist mein Papa gestorben.
Einfach so… ohne Anzeichen, ohne Krankheit. In der Früh hat das Telefon geklingelt, und meine Mama sagte mir, ich solle schnell kommen, der Notarzt versucht ihn gerade wiederzubeleben…
Ich kam gerade an, als der Notarzt kopfschüttelnd das Schlafzimmer meiner Eltern verließ.
Plötzlich, einfach so blieb sein Herz stehen. Seine Zeit war wohl abgelaufen.
Es ist einfach seltsam ohne ihn! Er fehlt bei allem, was ich so tue! Er hat mir so viel beigebracht! Viele meiner Werte habe ich von meinem Papa! Er hat mich immer daran erinnert, dass alle Menschen gleich sind und jeder eine Chance verdient hat! Und er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte….
Die Zwerge lieben ihren Opa! Besonders der Zwerg hat vom Tag seiner Geburt einen ganz besonderen Draht zu ihm! Die beiden verstanden sich immer ohne Worte, nur durch einen Blick! Beeindruckend, zuzuschauen, wie sie stundenlang nur da sitzen und ihre Gegenwart genießen konnten!
Und plötzlich ist alles anders!
Da er so plötzlich starb, hatten wir uns natürlich vorher auch keine Gedanken darüber gemacht, wie die Beerdigung wohl ablaufen könne.
Und für viele Dinge blieb auch einfach keine Zeit, um zu recherchieren und Alternativen zu finden. Und dann hatte ich auch einfach nicht den Kopf dafür, mich z.B. über Särge zu informieren.
Trotz allem gab es aber einiges, das zu erledigen war und für das ich Alternativen gefunden habe.
So haben wir kein neues Kreuz für das Grab gekauft, sondern das von meiner Tante bekommen. Nachdem später einmal der Grabstein steht, wird das Kreuz nicht mehr gebraucht, und nachdem man es kaufen muss, steht das bei älteren Leuten oft noch irgendwo herum. Meine Tante hat uns nun also ihres angeboten, und ich finde den Gedanken sehr schön, nicht jedes mal ein neues zu kaufen, sondern das Holzkreuz von einer geliebten Person zur nächsten weiterzugeben.
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Statt dem schwarzen Polyesterschal, der meistens über das Kreuz gehängt wird, haben wir einen Kranz gebunden, den wir um das Kreuz herum gewunden haben. Zur Beerdigung noch herbstlich mit Kastanien, zum Advent habe ich dann einen mit Hagebutten daran gebunden.
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Die üblichen Trauergestecke mit den bedruckten Plastikschärpe kamen für mich nicht in Frage. Hier hat mir unsere Floristin weitergeholfen und mir große Blätter besorgt, die ich mit Goldstift beschriftet habe. Auf diese Art war nicht nur Platz für all unsere Namen, sondern auch für zwei Sprüche, die uns wichtig waren, so z.B ein Zitat aus dem Kleinen Prinz, einem der Lieblingsbücher meines Papas.
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Der Blumenschmuck selbst war eine bepflanzte Keramikschale, die immernoch steht, während der Kranz, der gebracht wurde schon längst verblüht und weggeräumt ist.
Die Blätter haben den Herbst und die ersten Frostnächte super überstanden, nach wie vor ist die Goldschrift super zu lesen, während die Blätter selbst in Würde altern und einfach ihre Farbe von dunklem Grün hin zu rotbrau geändert haben. Nach und nach fangen sie nun an, zu schrumpeln und bekommen braune Stellen, aber auch nach drei Monaten sind sie noch schön anzuschauen.
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Für die Beerdigung wollte die Zwergin eine Kerze machen, die in der Kirche und im Anschluss zu Hause brannte. Hierfür haben wir Wachsreste verwendet, die wir zugeschnitten und teils geknetet auf eine große Kerze geklebt haben. Für die Zwergin war diese gemeinsame Bastelarbeit sehr wichtig, und sie hat sich bewusst für einen Engel als Motiv entschieden, der im Himmel auf den Opa und hier unten auf die Oma aufpassen soll.
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Wir haben die letzten Wochen viel mit reden, weinen und gemeinsamem an den Opa denken verbracht und es ist nicht immer einfach, mit einer 4- jährigen das alles aufzuarbeiten.
Die Zwergin hat viel für den Opa gemalt und gebastelt und bringt das dann regelmäßig aufs Grab. Wichtig war ihr eine herzförmige Blumenschale aus Ton, die sie selbst immer wieder neu bepflanzen kann. Die wird regelmäßig umdekoriert, z.B. mit gemalten Herzen auf dickes Tonpapier, an die wir Schaschlikspieße geklebt haben, damit sie gut in die Schale zu stecken sind. Anstatt einer Schleife hat die Zwergin zwei Muscheln mit den Namen der Zwerge beschrieben und in die Schale gelegt, da der Opa so gerne noch einmal ans Meer wollte…
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Nach wie vor bin ich auch auf der Suche nach einer müllfreien Grablicht- Variante. Momentan bin ich bei großen Lichtern im Glas gelandet, die ich wieder neu befülle, allerdings ist das sehr zeitaufwendig und auf Dauer nicht praktikabel…
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Geschenke DIY

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Weihnachten kommt immer näher und hier ist sooo viel los, dass ich nicht einmal dazu komme, hier zu schreiben!
Trotz allem Stress, kranken Zwergen und diversen Alltagssorgen sind wir aber fleißig mit dem Herstellen der Weihnachtsgeschenke beschäftigt!
Die beiden Zwerge haben gemeinsam Geschenke für die Erzieherinnen in der Krippe und im Kindergarten gemacht. Für jede gab es eine selbst gedrehte Kerze aus Bienenwachs, das wir beim Imker um die Ecke geholt haben, und ein Fläschchen Badesalz, das auch wunderbar für ein entspannendes Fußbad verwendet werden kann.
Einen Teil des Badesalzes haben wir bereits im Frühling hergestellt, als wir Kastanienblüten gesammelt haben.
https://gruenezwerge.wordpress.com/2014/05/09/entspannendes/
Den Rest haben die Zwerge vor kurzem gemacht. Dazu haben wir normales grobkörniges Meersalz genommen, mit Lebensmittelfarbe gefärbt und zum Schluss mit getrockneten Kräutern vermischt.
Leider habe ich keine Lebensmittelfarbe ohne Plastik gefunden, deshalb wurde ein Teil des Salzes mit Kirschsaft eingefärbt. Da ich noch Reste von Lebensmittelfarbe im Keller gefunden habe, habe ich die auch verwendet, weshalb das Lavendelsalz besonders schön blau wurde… nächstes mal werde ich mir etwas einfallen lassen müssen, wie ich das Ganze plastikfrei gefärbt bekomme!
Gefärbt wurde nach Gefühl, d.h. ich habe etwa zwei Esslöffel Saft bzw. einen Spritzer Farbe auf zwei Esslöffel Wasser in eine Tasse Salz gegeben und die beide Zwerge haben dann solange gerührt, bis sich die Farbe gleichmäßig verteilt hat. Zusätzlich habe ich jeweils 10 Tropfen reines ätherisches Öl mit darunter gemischt, um den Duft zu intensivieren.
Das Salz haben wir dann ca. 3 Wochen offen stehen lassen und dabei immer wieder umgerührt, so dass es wieder gut trocknen konnte.
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Nach dem Trocknen haben wir pro 2 Tassen Salz je 1 Tasse getrocknete Kräuter dazugegeben und gut vermischt. Unsere beiden Duftrichtungen waren Lavendel und Zitronengras.
Die Zwerge haben das Salz noch in kleine Fläschen abgefüllt, die wir im Sommer gesammelt hatten, mit einem Korken verschlossen und fertig ist das Weihnachtsgeschenk! Die Zwergin hat sich sogar besonders viel Mühe gegeben und ihre Fläschen abwechselnd mit den verschiedenen Salzen befüllt, so dass tolle Muster entstanden sind.
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Mit diesem Beitrag nehme ich an unserer Blogparade Praktisch. Plastikfrei. Leben teil.

Adventskalender mal anders

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Dieses Jahr habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt und eine Art Adventsweg gebaut.
In einen dicken Ast wurden 24 Löcher mit dem Durchmesser von Christbaumkerzen gebohrt. Jedes der Löcher ist nun mit einer Kerze bestückt und jeden Tag im Dezember wird eine Kerze bis Weihnachten angezündet. Nebenher reitet Maria jeden Tag ein Stückchen weiter zur Krippe.
Die Zwergin ist schon ganz gespannt und kann es kaum noch erwarten, dass es endlich los geht.
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Mit diesem Beitrag nehme ich an unserer Blogparade Praktisch. Plastikfrei. Leben teil.

Martinsgans

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Gerade um die Martinszeit finde ich Kerzenlicht immer sehr angenehm. Und so haben wir kleine Martinslichter für den Abendtisch gebastelt.
Ich habe auf braunes Tonpapier die Umrisse von Gänsen gemalt und die Zwerge haben sie ausgeschnitten und anschließend gansmäßig mit Wachsmalkreiden bemalt.
Nach dem Bemalen haben wir auf den Körper den Umriss eines Teelichtes aufgezeichnet und den Kreis ausgeschnitten.
Zuletzt haben die Zwerge die Gans über das Teelicht gestülpt. Geht schnell und wirkt toll als Tischdeko.
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Sonne, Mond und Kerzenlicht

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Morgen ist St. Martin. Überall werden dann Kinder mit ihren Martinslaternen zu den Laternenumzügen gehen- und überall werden die Plastiklaternen blinken.
Letztes Jahr habe ich beim Umzug voller Entsetzen die Massen an Laternen, gebastelt aus PET- Flaschen betrachtet. Und so gut wie alle Lichter blinkten an bunten Plastikstäben, die Lichter selbst waren daran baumelnde Birnchen oder kleine Plastik- Teelichter.
All dieser Müll kann doch nicht in Martins Sinne gewesen sein, der sich um Arme und Verletzte kümmerte und sich sicherlich auch Gedanken um seine Umwelt gemacht hätte.
Nachdem ich schon geplant hatte, unsere eigenen Laternen zu basteln, kam mir die Erzieherin im Kindergarten zuvor und plante Selbstgebasteltes- aus Papier!
Und auch ihr vorgeschlagenes Innenleben und der Stock waren zu meiner Überraschung plastikfrei! So können wir dieses Jahr also mit offizieller Erlaubnis mit Kerze laufen und müssen nicht gegen die Ansage im Kindergarten argumentieren!
Ja, es gibt sie noch, die Holzstecken, an denen an Draht gehängte Laternen baumeln. Die Kerzen können in der Laterne mit einer metallenen Vorrichtung befestigt werden oder direkt mit aufgetropftem heißem Wachs. Und im Normalfall kann man sowohl Stab als auch Kerzenbefestigung einfach im nächsten Jahr für eine neue Laterne verwenden, während die meisten Plastikvarianten bereits im Laufe des Martinszuges ihren Geist aufgeben.
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Und ja, wir werden morgen dieses gefährliche Wagnis eingehen und mit einer Kerze in der Laterne zum Umzug gehen. Entgegen aller heute gängiger Vorsichtsmaßnahmen bin ich mir sicher, weder die Zwergin noch ein anderes Kind werden dadurch zu Schaden kommen!
In meiner Kindheit bin ich jedes Jahr mit einer mit Kerze bestückten Laterne stolz und sehr vorsichtig zum Umzug gegangen- wie viele andere Kinder auch. Wir wären niemals auf die Idee gekommen, unsere Laternen wie Lassos um uns herumzuschwingen oder sie auf dem Boden zu schleifen… denn dann hätten sie zu brennen begonnen! Wir wussten, wenn wir vorsichtig gehen und die Laterne ruhig halten, dann kann kaum etwas passieren.
Trotzdem brannte tatsächlich mal eine Laterne in meiner direkten Nähe… das Kind ließ sie fallen, der Vater trat sie aus. Klar, schade um die Laterne, aber außer brennendem Papier ist nichts passiert, und ich vermute, auch das Kind hat den kurzen Schreck und die Trauer um die zerstörte Laterne bald überwunden.
Warum also sollten unsere Kinder das morgen nicht auch können? Vorsichtig die Laterne tragen, ohne sie hin und her zu schwenken, während man langsam in der Gruppe gemeinsam Martinslieder singend spazieren geht?
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„Hilf mir, es selbst zu tun“ Dieses Zitat von Maria Montessori passt hier wiedereinmal so wunderbar: wie sonst sollen unsere Kinder Umsicht und Achtsamkeit lernen, wenn wir ihnen nicht zutrauen, dass sie in einer kontrollierbaren „Gefahrensituation“ richtig handeln können?
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Wie sollen Kinder lernen, dass eine Laterne brennen kann, wenn man sie um den Kopf schleudert, wenn innen nur ein Plastiklicht steckt?
Die Zwerge werden morgen also plastikfrei zum Umzug gehen, und ich traue ihnen fest zu, dass sie mit der Verantwortung, eine brennende Kerze zu tragen, umgehen können! Und sollte eine Laterne Feuer fangen, dann werden wir sie austreten, kurz darüber traurig sein und im nächsten Jahr eine neue Laterne basteln.
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